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Was ist der Day-Ahead-Handel?

Definition

Unter dem Begriff Day-Ahead-Handel versteht man den Handel von Strom für den folgenden Tag, der an der EPEX Spot in Paris (Spotmarkt der European Power Exchange), an der EXAA in Wien (Energy Exchange Austria) oder im OTC (Over-the-Counter-Handel) über außerbörslich ausgehandelte Verträge stattfindet. Stellenweise wird auch der Begriff Auktionsmarkt verwendet.

Ablauf und Produkte des Day-Ahead-Handels

Insgesamt ist die EPEX Spot, also der Spotmarkt der EEX, in drei unterschiedliche Marktregionen unterteilt: Frankreich, Schweiz sowie Deutschland/Österreich. Für die einzelnen Marktregionen wird der Handel noch einmal nach den jeweiligen Übertragungsnetzbetreibern unterschieden. Im Markt Deutschland/Österreich müssen die Gebote der Auktionen für den kommenden Tag bis jeweils 12 Uhr mittags abgegeben werden. Die Ergebnisse der entsprechenden Zuschläge werden um 12:40 jeden Tages veröffentlicht. Ab 15:00 Uhr ist es bereits möglich, Intraday-Handel für den Folgetag zu betreiben.

Der Handel ist anonymisiert und findet an allen Tagen, inklusive der Feiertage, statt. In der Regel werden im Day-Ahead-Handel jeweils volle Stunden gehandelt, allerdings werden auch einige standardisierte Blockgebote wie der klassische Base- oder Peakload oder auch ausgefallenere Blöcke wie etwa der Morning-Block angeboten.

Aus dem Schnittpunkt von nachgefragter und angebotener Menge ergibt sich schließlich der Markträumungspreis für das jeweilige Produkt des Day-Ahead-Handels (etwa für eine bestimmte Stunde des Folgetags oder einen Block). Dieser Markträumungspreis ("Market Clearing Price"), im Grunde genommen das letzte bezuschlagte Gebot, wird anschließend von allen Marktteilnehmern für das jeweilige Produkt bezahlt. Das Prinzip des markträumenden Preises ist Grundlage des Merit-Order-Effekts.

Die Mindestmenge, die gehandelt werden kann, beträgt 0,1 MW. Für den Day-Ahead-Handel ist ein Preisrahmen definiert, der zwischen -500 €/MWh und 3.000 €/MWh liegt. Über die Blöcke von einer Stunde hinaus ist es jedoch auch möglich, frei definierte Blöcke zu handeln. Bei Blockgeboten darf die Menge 400 MW nicht überschreiten und pro Teilnehmer dürfen nur 100 solcher Blöcke pro Tag gehandelt werden. Aus dem Durchschnitt aller am Day-Ahead-Markt gehandelten Stundenkontrakte eines Tages errechnet sich der Börsenindex Phelix (Physical Electricity Index).

Entwicklung des Day-Ahead-Börsenmarktes

Der Day-Ahead-Markt weist eine starke grenzüberschreitende Prägung auf. So ist der deutsche Day-Ahead-Markt über eine gemeinsame Gebotszone mit Österreich und Luxemburg verbunden. Zusätzlich besteht ein Clearing der Gebote mit weiteren europäischen Staaten, nämlich Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Dabei werden die günstigsten Gebote an den nationalen Day-Ahead-Märkten für den Bedarf aller 15 gekuppelten Märkte herangezogen, bis die physikalischen Transportmöglichkeiten zwischen den Staaten ("Grenzkuppelstellen") ausgeschöpft sind. Dadurch wird sichergestellt, dass die günstigsten Anbieter zum Zuge kommen und ein einheitlicher Preis auf den nationalen Day-Ahead-Märkten entsteht.

Im Jahr 2015 betrug das Handelsvolumen der Day-Ahead-Märkte an der EPEX Spot 507 TWh. Allein 371 TWh davon entfielen auf das Marktgebiet Deutschland, Österreich und Luxemburg. Im Juli 2015 wurden bereits 32,8 TWh in der Day-Ahead-Auktion gehandelt, 22 TWh davon entfielen auf das Marktgebiet Deutschland/Österreich/Luxemburg. Der Durchschnittspreis pro MWh lag bei 30,06 Euro im Baseload, also dem Monatsmittelwert aller Stunden- und Viertelstundenprodukte im Day-Ahead-Handel. Der durchschnittliche Peak-Preis, also der Mittelwert der Preise zwischen 8 und 20 Uhr an Werktagen, kam auf 35,27 Euro pro MWh.