Was ist Market Coupling?

Definition

Hinter dem Begriff Market Coupling bzw. deutsch Marktkopplung verbirgt sich das Bestreben nach einem zusammenhängenden (europäischen) Binnenmarkt für Strom. Das Market Coupling soll Regelzonen und Marktgebiete miteinander verknüpfen, um verschiedene Systeme von Strombörsen zu vereinheitlichen und insbesondere Preisunterschiede zu reduzieren. Damit gleicht sich der Strommarkt ein Stück weit der physikalischen Realität von Stromflüssen an, da benachbarte Stromnetze ohnehin physisch miteinander verbunden sind und der Strom immer den kürzesten Weg vom Produzenten zum Verbraucher nimmt – über Marktgrenzen hinweg. Marktkopplungssysteme (PCR, FBMC und XBID) existieren sowohl im Day-Ahead-Handel als auch auf den Intraday-Märkten

Meilensteine auf dem Weg zum europäischen Binnenmarkt

Die Anfänge des Market Coupling gehen auf das Jahr 2006 zurück, in welchem es zu einem ersten transnationalen Zusammenschluss kam: Belgien, Frankreich und die Niederlande koppelten ihre Day-Ahead-Märkte, um die grenzüberschreitenden Stromkapazitäten optimal auszunutzen und die Liquidität des Marktes zu erhöhen. Die erforderlichen Voraussetzungen lieferten die EG-Verordnung Nr. 1228 von 2003 sowie die EG-Richtlinie 2006/108/EG von 2006. Deutschland und Luxemburg schlossen sich 2010 dem trilateralen Market Coupling (TMC) an und vervollständigten das "Market Coupling Western Europe" (CWE). Bis dato handelt es sich um den größten Zusammenschluss europäischer Strombörsen und Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die ihrerseits zusätzlich in der ENTSO organisiert sind.

Das „Pentalaterale Energie Forum“ – bestehend aus den Energieministern der fünf beteiligten Staaten – ist bis heute in diesem Rahmen die übergeordnete Instanz und bemüht sich um eine bessere Integration der zentralwesteuropäischen Strommärkte. Außerdem verabschiedet es unter anderem Regeln zur länderübergreifenden Versorgungssicherheit.

Im Jahr 2007 kam es weiter südlich zu einem bilateralen Market Splitting zwischen Portugal und Spanien (SWE). Dieser gesamtiberische Zusammenschluss ließ die portugiesischen und spanischen Day-Ahead-Märkte zu einem integrierten Markt namens MIBEL mit der gemeinsamen Strombörse OMIE zusammenwachsen.

Zeitgleich koppelte sich Skandinavien durch Seekabel an den westeuropäischen Strommarkt an: Seit 2007 fließt beispielsweise zwischen Deutschland und Dänemark, seit 2011 zwischen den Niederlanden und Norwegen Strom. Das Kopplungssystem ist allerdings nicht sehr leistungsfähig und daher als vorübergehende Lösung konzipiert, wie auch der Name „Interim Tight Volume Coupling“ – kurz: ITVC nahelegt.

2013 schloss sich Österreich dem CWE-Verbund an und begann, seinen Markt mit den anderen westeuropäischen Strommärkten zu koppeln. Zudem beschloss das Pentalaterale Energie Forum Österreich als Vollmitglied aufzunehmen und die Schweiz als Beobachter zuzulassen.

Mit Hilfe des 2010 eingeführten Preiskopplungssystems Price Coupling of Regions (PCR) realisierten die europäischen Staaten 2014 ein flächendeckendes Market Coupling von insgesamt 15 europäischen Ländern, wozu neben den CWE und den skandinavischen Ländern die baltischen Staaten, Großbritannien und Polen zählen. Dieser Marktkopplung nordwesteuropäischer Staaten (NWE) schlossen sich die SWE-Staaten an, wodurch sich das Einheitsgebiet um Portugal und Spanien vergrößerte.

Im Jahr 2015 kam es zu größeren Änderungen: Italien koppelte seine Grenzen mit Frankreich, Österreich und Slowenien. Im Juli 2016 kam es zur erfolgreichen Kopplung der Märkte von Österreich und Slowenien.

Im Jahr 2016 kamen Kroatien und Bulgarien im isolierten Modus hinzu. Während Kroatien im Juni 2018 gekoppelt wurde, wurde Bulgarien 2021 gekoppelt.

Ein weiterer Meilenstein des Market Couplings war die Anbindung der irischen Insel. Im selben Jahr kam es zur Strompreiszonentrennung zwischen Deutschland und Österreich.

Griechenland wurde Ende 2020 Teil des Multi Regional Couplings (MRC).

Ein Meilenstein, der im Juni 2021 verwirklicht wurde, ist die Anbindung der 4M Market Coupling (4M MC) Länder (Tschechien, Ungarn, Slowenien & Slowakei) an das MRC. Dadurch wurde das Market Coupling auf sechs neue Grenzen ausgeweitet: Polen-Deutschland, Polen-Tschechien, Polen-Slowakei, Tschechien-Deutschland, Tschechien-Österreich und Ungarn-Österreich. Nach aktuellem Stand sind die Day-ahead Märkte von 23 europäischen Ländern aneinander gekoppelt.

Marktkopplung im Day-Ahead-Handel: Diese Länder sind im Market Coupling miteinander verbunden.
Hervorgehoben sind die europäischen Staaten, die innerhalb des Multi Regional Coupling (MRC) miteinander gekoppelt sind sowie die 4M MC Länder. Die Europäische Union strebt an, auf dem Weg zum gesamteuropäischen Binnenmarkt weitere Märkte an das MRC zu koppeln, um einen effizienten Stromhandel in Europa zu gewährleisten.

PCR – Der Schlüssel zum paneuropäischen Strommarkt

Das Price Coupling of Regions (PCR) gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem harmonisierten Strommarkt durch Market Coupling in Europa; sieben europäische Strombörsen (APX-ENDEX, Belpex, EPEX SPOT, GME, Nord Pool Spot, OMIE und OTE) entwickelten die gemeinsame Preiskopplung. Gemeinsames Ziel der Strombörsen ist die bestmögliche Kalkulation der Strompreise und die effiziente Verwertung grenzüberschreitender Allokationen.

Das PCR beruht auf drei Prämissen:

  • Ein einheitlicher Algorithmus zur Strompreiskalkulation sorgt für wachsende Transparenz und Ordnung innerhalb des Day-Ahead-Marktes.
  • Die PCR-Mitglieder sammeln die Daten nicht auf einem zentralen Server, sondern verwalten sie dezentral.
  • Die einzelnen Strombörsen besitzen für ihr Marktgebiet eine Eigenverantwortung. Sogenannte PCR-Matcher und ein Broker Service berechnen die verschiedenen Markt- und Referenzpreise.

Laut EPEX-Spot – einer der sieben PCR-Initiatoren – dürfen sich auch weitere europäische Strombörsen der PCR-Lösung anschließen, um eine noch höhere Effizienz zu gewährleisten. Die Marktteilnehmer können durch den grenzüberschreitenden Handel profitieren.

Market Coupling en détail: Was passiert da genau?

Ursprünglich handelte es sich beim transnationalen Stromhandel und der erforderlichen Vergabe von Transportkapazitäten um zwei separate Märkte. Durch sogenannte implizite Auktionen vereint das Market Coupling die vorher getrennten Handelsgeschäfte zu einem integrierten Strommarkt. Wie funktioniert das im Detail?

Alle ÜNB senden ihre grenzüberschreitenden Transportkapazitäten an ein Market Coupling Office (MCO) – wie den Dienstleister Transmission System Operator Security Cooperation (TSC). Dieses ist die Schnittstelle zwischen den ÜNB und den Strombörsen. Das MCO koordiniert zentral und unabhängig die Kapazitätswerte zu einem übergeordneten Modell. Zwischen ÜNB und MCO kommt es fortlaufend zu Wertvalidierungen, um schließlich die exakten grenzüberschreitenden Kapazitäten zu erfassen. Erst dann übermittelt das MCO die Kapazitätswerte an die Strombörse. Gleichzeitig geben die Stromhändler ihre Angebote ab. Die tatsächliche Kopplung erfolgt schließlich durch die entsprechenden Strombörsen: Sie verrechnen Angebot und Nachfrage mithilfe eines von allen Partnern akzeptierten Algorithmus. Alle Akteure gleichen ihre Kapazitätswerte vor der Veröffentlichung aber noch einmal ab.

Die dem Market Coupling zugrunde liegende Systematik basiert also auf mehreren Kontrollmechanismen, um die größtmögliche Effizienz sicherzustellen.

NEMO – Nominated Electricity Market Operator

Die Europäische Union verfolgt die Vision eines gesamteuropäischen Strommarktes in dem die Marktgebiete der Mitgliedsstaaten durch Market Coupling verbunden sind, um einen möglichst effizienten Markt zu gewährleisten. Jedes Land der Europäischen Union, welches am Market Coupling teilnimmt, muss daher nach der Verordnung der EU-Kommission 2015/1222 einen oder mehrere sogenannte Nominated Electricity Market Operators (NEMOs) pro Gebotszone benennen. Die Benennung erfolgt durch die nationalen Aufsichtsbehörden. In Deutschland ist dies die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Diese NEMOs müssen im gemeinsamen europäischen Verbund die sichere Funktion der unterschiedlichen Marktkopplungsmechanismen herstellen. Gemeinsam mit den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB), den Strommarktteilnehmern und den Regulierungsbehörden ist es ihre Aufgabe, die Vollendung und das effiziente Funktionieren des Elektrizitätsbinnenmarktes der EU zu ermöglichen. Dies beinhaltet ein möglichst optimales Management und gemeinsam mit den ÜNB eine solide technische Entwicklung der gemeinsamen Übertragungsnetze.

Wer kann ein NEMO sein?

Ein NEMO ist immer ein Marktbetreiber, also typischerweise eine Strombörse, welcher in der Rolle des NEMOs spezielle Aufgaben übernimmt. In Deutschland sind derzeit drei NEMOs in Konkurrenz zueinander aktiv: Die Strombörsen EPEX Spot, die österreichische EXAA und die norwegische Nord Pool tragen die Verantwortung für die deutsche Gebotszone.

Aufgaben der NEMOs

Wie bereits beschrieben sind NEMOs Marktbetreiber in regionalen oder nationalen Märkten und müssen gemeinsam mit den ÜNB und den Regulierungsbehörden die folgenden Aufgaben wahrnehmen:

  • Die Entgegennahme von Aufträgen (Geboten) von Marktteilnehmern
  • Die Gesamtverantwortung für den Abgleich und die Zuordnung dieser Aufträge entsprechend den Ergebnissen der einheitlichen Day-Ahead-Marktkopplung und der einheitlichen Intraday-Marktkopplung
  • Die Veröffentlichung der Preise
  • Die Abrechnung und das Clearing der aus den Handelstransaktionen resultierenden Verträge gemäß den gemeinsam vereinbarten Vorschriften

Auf technischer Seite kümmern sich die NEMOs um die Entwicklung und Pflege der Algorithmen, Systeme und Verfahren für die einheitliche Day-Ahead-Marktkopplung sowie die einheitliche Intraday-Marktkopplung, die Verarbeitung von Input-Daten des grenzüberschreitenden Kapazitätsmanagements und die Erhebung, Validierung und Übermittlung der im Rahmen der Marktkopplung anfallenden Daten. Neben der gemeinsamen Verantwortung für den einheitlichen Day-Ahead- und Intradaymarkt kann ein NEMO auch lediglich für einen der beiden Märkte Verantwortung übernehmen.

Die Tätigkeit der NEMOs besteht zusätzlich aus vielen anderen Aufgaben, die in der EU-Verordnung 2015/1222 unter Artikel 7 im Detail nachzulesen sind. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass die NEMOs als hauptverantwortliche Institutionen des gemeinsamen europäischen Strombinnenmarktes gerade durch den kontinuierlichen Austausch mit ÜNBs und Marktteilnehmern eine äußert wichtige Position innerhalb des Marktkopplungsgefüges einnehmen.

Liste der NEMOs im Day-Ahead Markt (Stand: Oktober 2021)

LandNEMOStatusMarktumfeldZuständige Regulierungsbehörde
ÖsterreichEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichE-Control (Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft)
 EXAA AGbenanntwettbewerblichE-Control (Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichE-Control (Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft)
BelgienEPEX Spot SEbenanntwettbewerblichMinister of Energy
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichMinister of Energy
BulgarienIndependent Bulgarian Power Exchange (IBEX)benanntmonopolistischEWRC (Energy and water regulatory commission)
KroatienCROPEX LtdbenanntwettbewerblichHERA (Croatian Energy Regulator Agency)
TschechienOTE a.s.benanntmonopolistischERU (ERU Energy Regulatory Office)
DänemarkNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichDanish Utility Regulator ("DUR")
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichDanish Utility Regulator ("DUR")
EstlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichEstonian Competition Authority
 EPEX Spot SEpassportingEstonian Competition Authority 
FinnlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichEnergiavirasto
 Nasdaq Oslo ASApassportingwettbewerblichEnergiavirasto
FrankreichEPEX Spot SEbenanntwettbewerblichCRE (Commission de régulation de l'énergie)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichCRE (Commission de régulation de l'énergie)
DeutschlandEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichBNetzA (Bundesnetzagentur)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblich 
GriechenlandHEnEx SAbenanntmonopolistischRegulatory Authority for Energy
UngarnHUPX Zrt.benanntmonopolistischMEKH (Magyar Energetikai és Közmű-szabályozási Hivatal)
ItalienGME SpabenanntmonopolistischMinistry of Economic Development, provided the opinion by the Italian Regulatory Authority for Energy, Networks and Environment ("ARERA")
LettlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichPUC (Public Utilities Commission)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichPUC (Public Utilities Commission)
LitauenNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichNERC (National Energy Regulatory Council)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichNERC (National Energy Regulatory Council)
LuxemburgEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichILR (Institut luxembourgeois de régulation)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichILR (Institut luxembourgeois de régulation)
NiederlandeEPEX Spot SEbenanntwettbewerblichACM (Autoriteit Consument & Markt )
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichACM (Autoriteit Consument & Markt )
PolenTowarowa Gielda Energii S.A.benanntwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
 Nord Pool EMCO ASpassportingwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
PortugalOMIE S.A.benanntmonopolistischERSE
RumänienOPCOM S.A.benanntmonopolistischANRE (Autoritatea Nationala de Reglementari in domeniul Energiei)
SlowakeiOKTE a.s.benanntmonopolistischURSO (Regulatory Office for Network Industries)
SlowenienBSP Energetska Borza d.o.obenanntwettbewerblichAGEN (Agencija za energijo)
SpanienOMIE S.A.benanntmonopolistischMinistry of Industry, Energy and Tourism
SchwedenNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblich The Swedish Energy Markets Inspectorate (“Ei”)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblich The Swedish Energy Markets Inspectorate (“Ei”)
 Nasdaq Oslo ASAbenanntwettbewerblich The Swedish Energy Markets Inspectorate (“Ei”)
Vereinigtes KönigreichEPEX Spot SE (GB only)benanntwettbewerblichOFGEM (Office of Gas and Electricity Markets)
 Nord Pool EMCO AS (GB and Northern Ireland)benannt in GB, passported in NIGB: OFGEM (Office of Gas and Electricity Markets); NI: UREGNI (Utility Regulator in Northern Ireland)
 SONI Ltd (Northern Ireland only)benanntwettbewerblichUREGNI (Utility Regulator in Northern Ireland)

Liste der NEMOs im Intraday-Markt (Stand: Oktober 2021)

LandNEMOStatusMarktumfeldZuständige Regulierungsbehörde
ÖsterreichEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichE-Control (Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichE-Control (Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft)
BelgienEPEX Spot SEbenanntwettbewerblich Minister of Energy
 Nord Pool EMCO ASbenannt Minister of Energy
BulgarienIndependent Bulgarian Power Exchange (IBEX)benanntmonopolistischEWRC (Комисия за енергийно и водно регулиране)
KroatienCROPEX LtdbenanntwettbewerblichHERA (Hrvatska Energetska Regulatorna Agencija)
TschechienOTE a.s.benanntmonopolistischERU (ERU Energetický regulační úřad)
DänemarkNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblich Danish Utility Regulator ("DUR")
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblich Danish Utility Regulator ("DUR")
EstlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblich Estonian Competition Authority
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblich Estonian Competition Authority
FinnlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichEnergiavirasto (Energy Authority)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichEnergiavirasto (Energy Authority)
FrankreichEPEX Spot SEbenanntwettbewerblichCRE (Commission de régulation de l'énergie)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichCRE (Commission de régulation de l'énergie)
DeutschlandEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichBNetzA (Bundesnetzagentur)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichBNetzA (Bundesnetzagentur)
GriechenlandHEnEx SAbenanntmonopolistischRegulatory Authority for Energy
UngarnHUPX Zrt.benanntmonopolistischMEKH (Magyar Energetikai és Közmű-szabályozási Hivatal)
IrlandEirGrid plcbenanntwettbewerblichCRU (Commission for Regulation of Utilities)
ItalienGME SpabenanntmonopolistischMinistry of Economic Development, provided the opinion by the Italian Regulatory Authority for Energy, Networks and Environment ("ARERA")
LettlandNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichPUC (Public Utilities Commission)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichPUC (Public Utilities Commission)
LitauenNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichNERC (National Energy Regulatory Council)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichNERC (National Energy Regulatory Council)
LuxemburgEPEX Spot SEpassportingwettbewerblichILR (Institut luxembourgeois de régulation)
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichILR (Institut luxembourgeois de régulation)
NiederlandeEPEX Spot SEbenanntwettbewerblichACM (Autoriteit Consument & Markt )
 Nord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichACM (Authority for Consumers & Markets)
PolenTowarowa Gielda Energii S.A.benanntwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
 Nord Pool EMCO ASpassportingwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichPresident of the Energy Regulatory Office
PortugalOMIE S.A.benanntmonopolistischERSE
RumänienOPCOM S.A.benanntmonopolistischANRE (Autoritatea Nationala de Reglementari in domeniul Energiei)
SlowakeiOKTE a.s.benanntmonopolistischURSO (Úrad pre reguláciu sieťových odvetví )
SlowenienBSP Regionalna Energetska Borza d.o.o.benanntwettbewerblichAGEN (Agencija za energijo)
SpanienOMIE S.A.benanntmonopolistischMinistry of Industry, Energy and Tourism
SchwedenNord Pool EMCO ASbenanntwettbewerblichThe Swedish Energy Markets Inspectorate (“Ei”)
 EPEX Spot SEpassportingwettbewerblichThe Swedish Energy Markets Inspectorate (“Ei”)
Vereinigtes KönigreichEPEX Spot SE (nur GB)benanntwettbewerblichOFGEM (Office of Gas and Electricity Markets)
 Nord Pool EMCO AS (GB and Northern Ireland)benannt in GB, passported in NIwettbewerblichGB: OFGEM (Office of Gas and Electricity Markets); NI: UREGNI (Utility Regulator in Northern Ireland)
 SONI Ltd (nur Northern Ireland)benanntwettbewerblichUREGNI (Utility Regulator in Northern Ireland)

Flow-Based Market Coupling (FBMC)

Am 20. Mai 2015 implementierten die CWE-Staaten die sogenannte lastflussbasierte Marktkopplung (Flow Based Market Coupling – FBMC) in Zentralwesteuropa, deren Anwendung sich bislang auf die CWE-Innengrenzen (D-NL, D-F, F-B, NL-B) beschränkt. Die FBMC führt die Zuteilung von Übertragungskapazitäten teilweise zeitgleich mit dem Market Clearing an den Strommärkten durch, was eine Abkehr vom gewöhnlichen Available Transfer Capacity (ATC) mit der Kapazitätszuteilung vor dem Market Clearing darstellt. Das FBMC stellt durch die engere Verzahnung von Kapazitätszuteilung und Marktgeschehen größere grenzüberschreitende Transportkapazitäten sicher.

Weitere angestrebte Optimierungen sind:

  • Förderung des Anbieterwettbewerbs
  • Stärkung der Netzsicherheit
  • Minimierung der Preisunterschiede

In einem jüngst erschienen Aufsatz von Wissenschaftlern der KU Leuven in Belgien wurde die Evaluierung der bisherigen Daten seit Einführung des FBMC gefordert. Die europäischen ÜNB sollten zudem noch enger zusammenarbeiten, da trotz alledem noch Unterschiede hinsichtlich der Koordination bestehen. Des Weiteren sei die Konfiguration der Marktgebiete zu überdenken. Das Market Coupling und die zugrunde liegenden Methoden zur Berechnung der grenzüberschreitenden Transportkapazitäten sind also kein abgeschlossener Prozess, sondern fortwährenden Optimierungen unterworfen.

XBID: Grenzübergreifender Intradayhandel für mehr Markteffizienz

Seit dem 12. Juni 2018 ist in der Europäischen Union der grenzüberschreitende Intraday-Handel zwischen den Ländern Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Lettland, Litauen. Norwegen, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien möglich. Das XBID genannte System ermöglicht, Gebote von Marktteilnehmern aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen und grenzüberschreitend untertägig zu handeln – hierfür ist allerdings die ausreichende Verfügbarkeit von grenzüberschreitender Übertragungskapazität vorausgesetzt.

XBID basiert auf einem gemeinsamen IT-System, welches aus einem Shared-Order-Book (SOB), einem Capacity Management Module (CMM) und einem Shipping Module (SM) besteht. Alle Teilnehmer müssen sich auf diese Standards verpflichten. Das Projekt soll gemäß den Zielvorgaben der EU den integrierten Intraday-Markt ermöglichen und vor allem effizienter und reaktionsschneller machen: Die Marktteilnehmer erhalten mit XBID die Möglichkeit, ihre Bilanzkreise schneller europaweit auszugleichen, was zu sinkenden Ausgleichsenergiekosten führen soll. An XBID beteiligt sind die Strombörsen EPEX SPOT, GME, Nord Pool und OMIE sowie die Übertragungsnetzbetreiber der teilnehmenden Länder.

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