Was ist die Marktprämie?

Definition

Die sogenannte Marktprämie (auch "optionale Marktprämie") ist laut Definition des EEG 2014 (§ 34) ein Instrument, mit dem das Bundesumweltministerium die Marktintegration der Erneuerbaren Energien seit dem 1.1.2012 fördert. Die Marktprämie wird an Betreiber von Anlagen zur Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien gezahlt, die aus dem bisherigen fixen EEG-Vergütungsmodell in die Direktvermarktung ihres Stroms an der Strombörse ("Marktprämienmodell") wechseln. An der Strombörse erhalten die Betreiber den regulären Marktpreis, der unterhalb der Festpreisvergütung nach EEG liegt. Die Differenz zwischen der bisherigen fixen Einspeisevergütung und dem erzielten Marktpreis an der Strombörse wird vollständig durch die Marktprämie ausgeglichen.

Berechnung der Marktprämie laut EEG 2014

Zur Berechnung der Marktprämie wird der sogenannte Referenzmarktwert, der im EEG 2014 Monatsmarktwert heißt, herangezogen. Hier die Formel zur Berechnung der Marktprämie, die sich in Anlage 1 des EEG 2014 findet:

Marktprämie = fixe Einspeisevergütung – Referenzmarktwert (bzw. Monatsmarktwert)

Der Referenzmarktwert ergibt sich dann durch diese Formel:

Referenzmarktwert = Energieträgerspezifischer Marktwert – Managementprämie

Mit dem Energieträgerspezifischen Marktwert sind die durchschnittlichen Stundenpreise am Spotmarkt (EPEX Spot SE in Paris) gemeint, die mit den energieträgerspezifischen Faktoren verrechnet sind. Die Managementprämie – im Prinzip eine Aufwandsentschädigung u.a. für die verpflichtenden Einspeiseprognosen – sowie der Referenzmarktwert sind energieträgerspezifisch und variieren somit betragsmäßig. Die Managementprämie wurde mit dem EEG 2014 in die Marktprämie eingepreist und existiert somit nicht mehr gesondert. Erzielt ein Stromproduzent Erlöse oberhalb des Monatsmittelwerts, zum Beispiel durch die bedarfsorientierte Einspeisung von Biogasstrom, wird die Marktprämie nicht anteilig verringert, sodass der Anlagenbetreiber Einnahmen erzielt, die die bisherige fixe EEG-Vergütung bereits ohne Hinzurechnung der Managementprämie übertreffen.

Zusätzlich erhalten Anlagenbetreiber, die ins Marktprämienmodell nach EEG 2014 § 34 wechseln, die Möglichkeit ihren Strom am Regelenergiemarkt anzubieten und dort weitere Erlöse zu erwirtschaften. Auch ist die Teilnahme am Marktprämienmodell die Voraussetzung für den Erhalt weiterer Prämien, wie beispielsweise der Managementprämie und der Flexibilitätsprämie.

Ab EEG 2014 ist die Vermarktung von Strom aus neuen Erneuerbaren-Energien-Anlagen ab 500 kW über das Marktprämienmodell verpflichtend. Betreiber von Bestandsanlagen genießen den EEG-Bestandsschutz und können monatlich wählen, ob sie am Marktprämienmodell teilnehmen oder in der fixen EEG-Vergütung verbleiben möchten. Sie müssen lediglich ihren Wechsel zur Marktprämie bzw. ihre Rückkehr in das fixe EEG-Vergütungsmodell einen Monat im Voraus beim zuständigen Netzbetreiber anmelden. Für alle Biogasanlagenbetreiber gilt: Wechseln sie in das Marktprämienmodell, sind sie für die Zeit der Direktvermarktung ihres Biogasstroms von der Wärmenutzungspflicht befreit.

Zudem gilt mit dem EEG 2014 eine verpflichtende Fernsteuerbarkeit für alle Neuanlagen ab dem 1. August 2014 sowie für alle Bestandsanlagen ab dem 1. April 2015.

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