Strom für Gewerbe und Industrie
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Was ist die Abschaltverordnung (AbLaV)?

Definition

Die Abschaltverordnung (eigentlich "Verordnung zu abschaltbaren Lasten" oder "AbLaV") ist eine vom Bundeskabinett im November 2012 verabschiedete und vom Bundestag am 13. Dezember 2012 angenommene Verordnung. Sie soll die Nutzung von abschaltbaren Lasten in der Industrie zur Stabilisierung der Übertragungsnetze und somit zur Versorgungssicherheit fördern. Unter abschaltbaren Lasten versteht man stromintensive Industrieprozesse, die kurzfristig deaktiviert - abgeschaltet - oder gedrosselt werden können, wenn die Stromnetzfrequenz dies erfordert. Solche abschaltbaren Lasten finden sich insbesondere in der verarbeitenden Industrie.
Icon Grafik Next Box Nach der Installation der Next Box und der Präqualifikation beim Netzbetreiber sind die gewerblichen oder industriellen Lasten an die Ausschreibungsplattform der Abschaltverordnung angeschlossen.
Bereitschaft Stromverbraucher Icon Grafik Allein für die Bereitstellung der abschaltbaren Lasten wird eine Bereitschaftsvergütung gezahlt. Auf den Produktionsprozess wirkt sich dies nicht aus.
Der Abruf der Regelenergie erfolgt, das Geld fließt zu Ihnen Bei Unterspeisung der Stromnetze wird der Stromverbrauch der gewerblichen oder industriellen Lasten gedrosselt. Zusätzlich zur Bereitschaftsvergütung wird dann ein Arbeitspreis für die Abregelung ausgezahlt.

Abschaltverordnung als Anreiz zur Abschaltung von Industrieprozessen

Da in der Vergangenheit nur ein geringes Volumen der potentiell abschaltbaren Lasten zur Regelung über den bestehenden Regelenergiemarkt bereitstand, führte die Bundesregierung mit der Abschaltverordnung einen zusätzlichen Anreiz zur freiwilligen Abschaltung von Industrieprozessen ein. Dazu muss pro Netzknoten eine abschaltbare Last von mindestens 50 MW vorgehalten werden. Diese kann ein Industrieunternehmen in Eigenregie beibringen oder gemeinsam mit anderen Unternehmen, etwa im Virtuellen Kraftwerk „Next Pool“. Die sich aus der AbLaV ergebende Vergütung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen.

Zum einen wird Industrieunternehmen, die sich bereit erklären, ihre Produktion auf Geheiß der Übertragungsnetzbetreiber zu unterbrechen oder zu drosseln, eine Bereitschaftsvergütung gezahlt. Die Bereitstellung von abschaltbaren Lasten wird mit 30.000 Euro pro Megawatt und Jahr vom Übertragungsnetzbetreiber vergütet.

Zum anderen wird die tatsächliche Abschaltung gesondert vergütet. Der an Industrieunternehmen gezahlte Preis bei tatsächlicher Drosselung der Produktion (und somit der Stromnachfrage) liegt zwischen 100 und 400 Euro pro Megawattstunde. Zur Teilnahme an diesem System der Lastabschaltung haben die vier Übertragungsnetzbetreiber eine Ausschreibungsplattform im Internet eingerichtet. Zusätzlich muss jedes interessierte Unternehmen vor der Teilnahme an der Ausschreibung eine Präqualifikation, also einen Prüf- und Genehmigungsprozess, durchlaufen.

Die Deaktivierung von Industrieprozessen ist in ihrer physikalischen Wirkung auf das Stromnetz ähnlich der Einspeisung von positiver Regelenergie zu verstehen. In beiden Fällen wird der verminderten Netzfrequenz entgegengewirkt - im Falle der abschaltbaren Lasten durch eine verminderte Ausspeisung aus dem Stromnetz und im Falle der positiven Regelenergie durch eine verstärkte Einspeisung in das Stromnetz. Das übergeordnete Konzept der durch die Abschaltverordnung geförderten Maßnahmen – und damit der Ausrregelung von Strom auf der Verbrauchsseite – ist das Demand Side Management.