C/sells: Der Blick in die Zukunft der digitalen Energiewende


Veröffentlicht am 1. September 2017

Next Kraftwerke, c/sells, BMWi Den Siegeszug der Digitalisierung im Strommarkt kann man nicht nur bei uns, sondern auch bei C/sells erleben. Das öffentlich geförderte Projekt sucht nach neuen Konzepten der Energieversorgung mit einem zellulären, hochvernetzen Ansatz. Next Kraftwerke ist an mehreren Teilprojekten beteiligt.

Eine Kristallkugel mit Tiefenblick in die Zukunft der Energieversorgung: Das im Rahmen des Förderprogramms SINTEG (Schaufenster intelligente Energie) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gegründete Projekt C/sells aus Baden-Württemberg forscht im Auftrag der dortigen Landesregierung an der digitalen Energiewende. Das im Solarbogen Deutschlands (Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) angesiedelte Projekt wird mit einem Gesamtvolumen von ca. 100 Millionen Euro gefördert. Die Forschungsgelder teilen sich 50 Institutionen aus Forschung und Wirtschaft, darunter Universitäten und Fachhochschulen, Hard- und Software-Hersteller, die süddeutschen Übertragungsnetzbetreiber und natürlich Next Kraftwerke. 

Was will C/sells erreichen?

Ziel des Projekts ist es, die Schnittmenge zwischen Markt und Netz in einem zellulären Ansatz zu erschließen: Durch die Bildung und Bündelung von Zellen auf niedrigster Netzebene, dies können beispielsweise Quartiere, Arealnetze wie ein Universitätscampus oder Unternehmen sein, soll Flexibilität gebündelt und jederzeit schnell abrufbar zur Verfügung gestellt werden. 

Was eigentlich simpel klingt, muss in einem sehr großen Rahmen koordiniert und erforscht werden. So stellen sich, neben den naheliegenden Fragen der Hard- und Softwareausstattung eines digitalen Stromnetzes im Sinne von C/sells, Fragen nach der Sicherheit, den Zuständigkeiten und vor allem der Koordination von Netz und Markt in puncto Flexibilitätsvermarktung. Schließlich ist es nicht nur entscheidend, die nötige Flexibilität am Strommarkt zu erschließen, sondern auch sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort einzusetzen um Schwankungen durch volatile Energieträger auszugleichen.

Next Kraftwerke ist an fünf C/sells-Teilprojekten beteiligt:

Wissenschaftlich/ökomische Projekte dieser Größenordnung sind in Teilprojekte unterteilt, bei C/sells sind es insgesamt sieben. Diese Teilprojekte allein haben bereits den Umfang eines normalen Forschungsprojekts. Next Kraftwerke ist an den folgenden fünf Teilprojekten beteiligt, die sich vor allem auf unsere Kernkompetenzen beziehen:

Regulatorische Voraussetzungen

Wir erarbeiten in Teilprojekt 2 gemeinsam mit anderen Partnern die regulatorischen Voraussetzungen. Viele der neuen Technologien, die aus dem Ursprung von C/sells den Energiemarkt erobern sollen, sind in keinem existierenden Regelwerk des Energiemarktes oder der Aufsichtsbehörden zu finden. Standards, Normierungen und Vorschriften müssen daher erst erarbeitet werden.

Infrastruktur-Informationssystem (IIS)

Teilprojekt 3 soll das sogenannte Infrastruktur-Informationssystem, kurz IIS genannt, verwirklichen. Vereinfacht könnte man das Ziel dieses Vorhabens als eine Art „Energie-Internet“ beschreiben, in dem alle Informationen zusammenlaufen und für alle Akteure verfügbar sind. Hierzu gehört auch der Aufbau eines „Flexibilitätskatasters“, in dem alle Anlagen bis auf die niedrigste Netzebene erfasst werden, die flexibel Strom erzeugen oder Strom verbrauchen können. Als Grundlage des "Flexibilitätskatasters" wird eine sogenannte „Flexibiltätsregistry“ erarbeitet, in die sich die einzelnen Zelleneinheiten einbuchen und registrieren können. So soll langfristig ein ähnliches System wie im ebenfalls zellenbasierten Mobilfunk geschaffen werden.

Organisation intelligenter Netze

Teilprojekt 4 befasst sich mit der entscheidend wichtigen Abstimmung zwischen Netz und Markt: Wie kommunizieren die einzelnen Einheiten des Netzes miteinander? Ein Beispiel: In einem Verteilnetz zeigt ein Transformator eine Überlastung an – es wird zu viel oder zu wenig Strom erzeugt. Während im ersten Fall beispielsweise einem PV-Anlagen-Betreiber eine kleine Ausgleichszahlung für das Abschalten seiner PV-Einspeisung gezahlt wird, kann im zweiten Fall ein Großverbraucher im Einzugsgebiet des Transformators seine Leistung erhöhen. Diesem Konzept, auch als Smart Market bekannt, fehlt in Deutschland bisher die Grundlage – die Netzbetreiber müssen hier immer noch marktverzerrend eingreifen und die Abstimmung der Akteure ist mangelhaft.

Methoden für intelligente Liegenschaften und Märkte

Hier geht es um die entscheidend wichtige Abstimmung zwischen Netz und Markt: Wie kommunizieren die einzelnen Einheiten des Netzes miteinander? Ein Beispiel: In einem Verteilnetz zeigt ein Transformator Überlastung an – es wird zu viel oder zu wenig Strom erzeugt. Während in ersten Fall beispielsweise einem PV-Anlagen-Betreiber eine kleine Ausgleichszahlung für das Abschalten seiner PV-Einspeisung gezahlt wird, kann im zweiten Fall ein Großverbraucher im Einzugsgebiet des Transformators seine Leistung erhöhen. 

Demonstration intelligenter Netzzellen und Realisierung der Teilprojekte

Gemeinsam mit den anderen Projektpartnern werden in den Teilprojekten 6 und 7 die erarbeiteten Lösungen in Versuchen, Simulationen und Pilotanlagen erprobt. Ziel ist es, Realisierungsperspektiven für die spätere Umsetzung der Projekte im kommenden Smart Grid zu schaffen.

Ausblick und Erwartungen

Als nach wie vor akademisch geprägtes Unternehmen, das ständig in neue Bereiche und Problemfelder einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energieversorgung vordringt, engagieren wir uns bei C/sells und anderen Forschungsprojekten für eine Zukunft aus Erneuerbaren Energien mit großer Leidenschaft. Es ist noch ein weiter Weg bis die gemeinsam erarbeiteten Ideen, Konzepte und Strukturen im real existierenden Strommarkt verwirklicht werden können – nicht alle an diesem Markt beteiligten Akteure verfolgen die gleichen Interessen und Strategien. Dennoch sind wir überzeugt, dass wir nur mit diesen und ähnlichen Forschungsprojekten schneller an unser gemeinsames Ziel kommen können – eine Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien.



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Christian Sperling ist Online-Redakteur bei Next Kraftwerke und verantwortlich für die Inhalte unserer Website. Als Blogautor und Content-Manager interessiert er sich für alle Aspekte der Energiewende, als studierter Historiker recherchiert er genau, geht den Dingen auf den Grund und gerne ins Detail.

Kommentare
Christian Sperling: (11.09.17)
Hallo Sonne, wir haben den Text noch einmal gecheckt und keine direkten Absatzwiederholungen gefunden, allerdings eine Wiederholung am Satzanfang entdeckt, die etwas missverständlich sein könnte. Vielen Dank für den Hinweis – gut, dass wir aufmerksame Leser haben!
sonne: (05.09.17)
kann es sein das sich in dem Artikel Absätze wiederholen?

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