Anlagenregister - was ist das?


Veröffentlicht am 3. September 2014

Blog Beitrag EEG 2014 Novelle Das Anlagenregister ist mit dem EEG 2014 eingeführt worden. Bei vielen Anlagenbetreibern besteht Unsicherheit, inwieweit sie von dieser Einführung betroffen sind. Im Folgenden möchten wir kurz die Grundlagen des neuen Anlagenregisters erläutern und darstellen, was es zu beachten gilt.

Wann muss eine Anlage im Anlagenregister gemeldet werden?

  • Die Meldung ist grundsätzlich nur verpflichtend für Neuanlagen der Erneuerbaren Energien, die nach EEG gefördert werden.

Eine Verpflichtung besteht jedoch auch für Bestandsanlagen unter Anderem in folgenden Fällen:

  • Änderung der Genehmigungssituation
  • Änderung der installierten Leistung (auch von wenigen kW, bspw. nach Generalüberholung)
  • Erstmaligen Anmeldung der Flexibilitätsprämie
  • Endgültige Stilllegung der Anlage

Bis wann muss eine Registrierung oder Meldung erfolgen?

  • Erstinbetriebnahme beziehungsweise Änderungen müssen innerhalb von drei Wochen im Anlagenregister angezeigt werden

Was ist die Folge wenn eine Anlage/eine Änderung nicht rechtzeitig gemeldet wurde?

  • Nach Ablauf der Meldefrist reduziert sich der anzulegende Wert (Marktprämie) auf 0 ct/kWh (§25 Absatz 1 Nr. 1 und 2 EEG 2014). Der Anlagenbetreiber hat sodann nur noch Anspruch auf die Strombörsenerlöse des von ihm produzierten Stroms. Weitere Infos zu den möglichen Folgen in diesem Artikel des Magazins top agrar… Ein Verweis der Bundesregierung auf Anfrage der Linken im Bundestag bestätigt dies. Statt der EEG-Vergütung sollen diese rückwirkend nur den niedrigeren Monatsmarktwert erhalten, der dem durchschnittlichen Börsenstrompreis entspricht. Betreiber von Solaranlagen, die nicht gemeldet wurden, erhalten dann je nach Inbetriebnahmedatum und Anlagengröße statt zehn bis 19 Cent/kWh nur den Börsenpreis von drei bis fünf Cent/kWh für den produzierten Strom.

Was passiert mit den Daten?

Die BNetzA ermittelt anhand der Daten unter Anderem den

  • Bruttozubau von Neuanlagen (§ 3 Nr. 4 EEG 2014) sowie die
  • Erweiterung von Bestandsanlagen (Deckelung bei 1.350 MW) für die Inanspruchnahme der Flexibilitätsprämie (Anlage 3 I Nr. 5 EEG 2014).

Die Daten können weiter zum Abgleich genehmigungsbedürftiger Anlagen mit Daten der zuständigen Genehmigungsbehörde (§ 93 Nr. 7 EEG 2014) verwendet werden. Betreiber sollten daher die Einhaltung der Genehmigungsunterlagen vor Anmeldung im Anlagenregister prüfen oder prüfen lassen.

Benötigt der zuständige Direktvermarkter ebenfalls die Daten?

Ja. Sie sollten Ihrem Direktvermarkter eine Kopie der Registrierung bzw. der Meldungen zusenden, damit ein Datenabgleich sowie unter Umständen notwendige Anpassungen vorgenommen werden können.

Wo finde ich das Anmeldeformular?

Das Formular steht auf der Webseite der Bundesnetzagentur zum Download bereit.
Alle Informationen erfolgen ohne Gewähr. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die Bundesnetzagentur oder den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Fotocredit: János Balázs, Lizenz: CC BY-SA 2.0


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Alexander Krautz ist Leiter der Abteilung Politik & Forschung bei Next Kraftwerke. Er befasst sich intensiv mit der Analyse, Bewertung und Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen, den Marktpotenzialen neuer Technologien sowie der Entwicklung von neuen Business Cases. Vor seiner Tätigkeit bei Next Kraftwerke hat Alexander Krautz fünf Jahre am Deutschen Biomasseforschungszentrum gearbeitet und war beratend im Umweltministerium tätig.

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