WAVE Trophy 2016

von Christian Sperling / 1. Juli 2016

E-Mobility E-Mobilität Aufladen Rallye Bekanntlich lässt es sich bei Gewitter im Auto ja besonders sicher sitzen. Bei der diesjährigen WAVE – der größten Elektromobilrallye der Welt – spielte das Wetter zwar streckenweise verrückt, was jedoch niemanden großartig störte. Naja, vielleicht die E-Bike-Fahrer…

Bereits zum dritten Mal nahm Next Kraftwerke an diesem außergewöhnlichen Event teil. Neben Unternehmen nahmen wie üblich auch private Tüftler und sogar Hochschulen an dem Rennen teil. Der Startschuss erfolgte diesmal an der Nordseeküste Deutschlands. Gewohntermaßen endete die Tour in der Schweiz. So unterschiedlich die Lenker und ihre Vehikel, so verschieden waren auch ihre maximale Reichweite und der jeweilige Ladebedarf. Von einer normalen Rallye, bei der jeder gegen jeden antritt, also keine Spur. Vielmehr geht es um die Verwirklichung eines gemeinsamen Ziels: Menschen für die E-Mobilität zu gewinnen und zu beweisen, dass auch lange Strecken reibungslos zu bewältigen sind. Der WAVE-Spirit eben.

Von den insgesamt 65 Teams ging das Team Solon mit unserem Kollegen Hans-Joachim Röhl in diesem Jahr mit einem FIAT Fiorino elettrico an den Start. Bei der achttägigen Fahrt wurden mehrere Stationen in Deutschland und der Schweiz angesteuert, die ein besonderes Verhältnis zur Energiewende haben. So beispielsweise Bremerhaven, das vor allem durch den Aufbau von Offshore-Windkraftanlagen überregional Bekanntheit erlangt hat. Oder das niedersächsische Lingen, in welchem ein reges Interesse an der Elektromobilität aus EE-Anlagen herrscht, was möglicherweise mit dem naheliegenden Kernkraftwerk zusammenhängen mag. Weiter südlich erklärte NRW-Umweltminister Johannes Remmel im lippischen Dorsten im Beisein der Rallyeteilnehmer, dass die Entwicklung der E-Autos nicht mehr aufzuhalten sei. Bei uns auf dem Vulkan-Gelände in Köln-Ehrenfeld gönnten sich die Fahrer eine Verschnaufpause und ließen dabei gleichzeitig ihre Fahrzeuge aufladen.

Auch wir von Next Kraftwerke bringen durch Smart-Grid-Lösungen die E-Mobilität voran: So bieten wir heute schon mit unserem Virtuellen Kraftwerk Dienstleistungen an, um die Energiewende im Verkehrssektor schneller voran zu bringen. So arbeiten wir zum Beispiel mit den Münchener Pionieren von eeMobility zusammen, die individuelle Ladelösungen für Elektrofahrzeuge jeglicher Art anbieten. Mithilfe unseres variablen Stromtarifs Best of 96 werden die Akkus der regionalen Busflotte von eeMobility dann aufgeladen, wenn besonders viel Strom im Netz und dieser daher günstig ist. Damit spart das Unternehmen Geld und entlastet nebenbei das Stromnetz – damit noch mehr Erneuerbare zugebaut werde können.

Letztlich geht es dabei um eine nachhaltige Mobilität, die ganz im Zeichen der Energiewende steht: Da die Elektroautos keine giftigen Gase wie Schwefel- und Stickoxide ausstoßen und gleichzeitig wesentlich leiser sind als Autos mit Verbrennungsmotor, reduzieren sie zusehends die (innerstädtische) Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Die Batterien der E-Autos können zudem als dezentrale Speicher eingesetzt werden, um Flexibilität ins Stromnetz zu bringen. Außerdem stoßen sie beinahe keine CO2 Emissionen aus, was helfen wird, das Klimaziel von Paris zu erreichen. Ganz nebenbei wird dadurch auch der Import fossiler Brennstoffe eingedämmt. Ob das anvisierte Ausbauziel der Bundesregierung – bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen – realistisch ist, wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es allemal, weil die Technologie bereits vorhanden ist und die notwendigen Anpassungen der Ladeinfrastruktur verhältnismäßig gering sind – das Stromnetz ist schließlich sehr dicht in Deutschland. Je weiter die Energiewende voranschreitet, desto mehr werden also auch die Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität zusammenwachsen, da ein Großteil von Transport und Wärmeversorgung in Zukunft elektrisch werden (Stichwort Sektorkopplung). Denkbar wäre auch, dass E-Fahrzeuge ihre flexible Leistung am Regelenergiemarkt anbieten. Die Investitionen in die E-Mobilität werden sich also in vielerlei Hinsicht lohnen.

Im Rahmen der WAVE gab es wie in jedem Jahr übrigens auch 2016 einen Weltrekord zu verzeichnen: Aus aller Welt wurden zigtausende Postkarten gesammelt, die allerhand thematische Bezüge zur Energiewende haben. Abgebildet sind Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern, die mit den Motiven aufzeigen, wie sie ihre Emissionen oder ihren Energieverbrauch reduzieren wollen. Übrigens beteiligten sich auch Schulen, die eigens auf der Rallyestrecke angefahren wurden. Dabei zeigte sich, dass man den angehenden Weltverbesserern in Sachen Nachhaltigkeit nichts vormachen kann. Mit den Karten im Kofferraum, der sich bei Elektroautos auch mal unter der Motorhaube befinden kann, steuerten die Fahrer schließlich ihre vorletzte Etappe an. Allesamt nahmen sie Kurs auf das europäische UN-Hauptquartier in Genf. Auf dem vorgelagerten Platz der Nationen wurden dann über 30.000 Postkarten ausgestellt. Was für eine beeindruckende Aktion! Dafür geht unserer Meinung nach die WAVE-Trophy der Herzen an alle Nachwuchskünstler, die sich durch ihr Engagement gegen den Klimawandel aussprechen.

Leider konnten die Postkarten nicht allzu lange bewundert werden: Eine anrückende Sturmfront drohte alles wegzuwehen. Zwar schlecht für die Kunstwerke, aber ideale Voraussetzungen, um guten Gewissens mit dem E-Auto zurück in die Heimat zu fahren. Denn: Sturm = Wind = viel günstiger Strom!


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Christian Sperling ist Online-Redakteur bei Next Kraftwerke und verantwortlich für die Inhalte unserer Website. Als Onlineredakteur und Blogautor interessiert er sich für alle Aspekte der Energiewende, als studierter Historiker recherchiert er genau und geht den Dingen auf den Grund.

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