Ressourcen lukrativ nutzen

Am südlichen Rand des Ruhrgebiets, Wahrzeichen eines Zeitalters, das von Kohle und Stahl geprägt war, liegt die Firmenzentrale von OBO Bettermann. Seit mehr als 100 Jahren ist das Unternehmen in Menden ansässig und ist das, was man gemeinhin als Hidden Champion bezeichnet. Denn mittlerweile ist OBO an mehr als 60 Standorten weltweit vertreten und produziert unter anderem Kabeltrassen und -kanäle für die verschiedensten Anwendungen im Bereich Gewerbe- und Industrieinstallation.

Hinter dem Hauptgebäude steht eines der beiden Notstromaggregate, die von Next Kraftwerke in der Sekundärreserveleistung vermarktet werden. Weicht die Frequenz der Stromnetze zu stark von 50 Hertz ab, aktiviert Next Kraftwerke über die Leitstelle des Virtuellen Kraftwerks dezentrale Stromerzeuger wie etwa die Notstrom­aggregate von OBO, um die Schwankungen auszugleichen. Diese treten unter anderem dann auf, wenn Sonne und Wind nicht in dem Maße einspeisen, wie prognostiziert wurde. Bis zu 500 kW des Aggregats in Menden sind im Leitsystem des Virtuellen Kraftwerks von Next Kraftwerke als Leistung hinterlegt, die im Bedarfsfall aktiviert werden kann. Das Container-Aggregat von Polyma verfügt mit einer Gesamtleistung von 600 kW über etwas mehr Leistung als im Virtuellen Kraftwerk hinterlegt ist, um im Bedarfsfall Strom für die nebenstehenden Gebäude zu liefern.

Neben der fest installierten Netzersatzanlage verfügt OBO Bettermann noch über ein weiteres Notstromaggregat. Diese mobile Einheit, die wie eine Mischung aus Campingwagen und Marktstand aussieht, steht hinter einer der großen Produktions­hallen. In der Regel ist das Aggregat fest verkabelt mit der Next Box verbunden. Im Bedarfsfall kann die Netzersatzanlage aber auch an einem anderen Standort auf dem Gelände eingesetzt werden. Dafür muss sie lediglich im entsprechenden Online-Formular von "Mein Kraftwerk" abgemeldet werden. So wird der Leitstelle des Virtuellen Kraftwerks gemeldet, dass die Anlage nicht für die Regelenergie­vermarktung zur Verfügung steht. „Anlagen abzumelden, ist schnell und bequem erledigt. Praktisch ist in diesem Zuge auch, dass man per SMS informiert wird, wenn gerade ein Regelenergieabruf erfolgt – auch wenn es nicht unbedingt nachts um drei sein muss", sagt Georg Schelp, verantwortlicher Techniker bei OBO Bettermann lachend.

Der Start in die Vermarktung über Next Kraftwerke gestaltete sich unkompliziert. „Der Anschluss der beiden Notstromaggregate ging reibungslos über die Bühne. Unser Dienstleister für den Bereich Elektrotechnik hat sich darum gekümmert. So dass dieser Aufgabenpunkt schnell abgehakt werden konnte. Auch die Abstimmung mit der Technikabteilung von Next Kraftwerke, um die Aggregate für die Regelleistung zu präqualifizieren, war ein Kinderspiel.“

Neben den zusätzlichen Erlösen, die OBO Bettermann durch die Vorhaltung von Regelleistung sowie durch den faktischen Abruf erhält, bringt die Erbringung von Regelenergie einen weiteren nützlichen Effekt mit sich. Schelp erläutert: „Über die Regelenergieerlöse hinaus lassen sich die einzelnen Abläufe auch problemlos als Testläufe für unsere Notstromaggregate nutzen. So gewinnen wir durch die Vermarktung über Next Kraftwerke zweimal. Einmal finanziell durch die Erlöse und noch einmal, weil wir uns zusätzliche Arbeit sparen – das ist schon ziemlich praktisch."