Pionierarbeit am Niederrhein

Der Boden in der Gegend um Neuss scheint besonders fruchtbar für neue Ideen zu sein. Im Schatten der ersten deutschen Skihalle, die dort 2001 entstand, findet sich der Hof von Norbert Dyckers – einem Mann der ersten Stunde der Energiewende. Er ist nicht nur ein alter Hase in Sachen Biogas. Auch bei der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren Energien gehört er zu den Pionieren.

Norbert Dyckers Niederrhein Pionierarbeit Norbert Dyckers Niederrhein Pionierarbeit Als einer der ersten Kunden war Norbert Dyckers mit seiner Biogasanlage im virtuellen Kraftwerk von Next Kraftwerke vertreten. Im Hinblick auf das EEG 2012 entschied er sich Ende 2011 für Next Kraftwerke, um seine Stromproduktion sowohl in der Direktvermarktung im Marktprämienmodell als auch am Regelenergiemarkt ab 2012 zu veräußern. Dafür, dass dieser Schritt nicht über Nacht vollzogen werden konnte, hat er Verständnis: „Es war mir klar, dass grundlegende Veränderungen wie der eigene Markteintritt und die Umstrukturierung des Strommarktes ein paar Monate dauern. Ich hatte Vertrauen in Next Kraftwerke und fühlte mich gut aufgehoben.“

Norbert Dyckers ist Idealist, für den die Energiewende auch eine Herzensangelegenheit ist. Die Eigenstromabdeckung über die Biogasanlage und das hofeigene Elektroauto zeugen ebenso von aktiv gelebter Energiewende wie die Leichtigkeit, mit der er über Themen wie Sekundärreserveleistung oder Power to Heat spricht. „Biogasanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität durch die Bereitstellung von Regelenergie. Daher habe ich auch 2011 mit Next Kraftwerke schon die Weichen für meinen Markteintritt gestellt.“

Norbert Dyckers betreibt eine Anlage mit zwei BHKW und einer Gesamtleistung von 750 kW. Ein BHKW befindet sich direkt neben den Ställen seiner Schweinemast. Ein Satelliten-BHKW ist an einer 1,7 km entfernten Gärtnerei installiert. Hier entstehen ertragreiche Synergieeffekte. Denn mit der Gärtnerei findet Dyckers einen Abnehmer für gut 4.000 MWh Wärme, die er mit seiner Anlage erzeugt. Die Wärme seines Standort-BHKWs findet im Fermenter, dem Schweinestall und einem benachbarten Pflanzencenter Verwendung.

Über Next Kraftwerke stellt Norbert Dyckers 400 kW negative Regelenergie als Sekundärreserve bereit. Durch das virtuelle Kraftwerk sorgen vernetzte Kleinanbieter von Erneuerbaren Energien im sogenannten Next Pool für ein Plus an Netzstabilität, das den Erneuerbaren Energien häufig abgesprochen wird. Da er sich gut regeln lässt, trägt Strom aus Erneuerbaren Energien wie etwa aus der Biogasanlage von Norbert Dyckers dazu bei, Netzschwankungen schnell und flexibel auszugleichen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es werden ebenso wichtige Schritte in Richtung Energiewende angestoßen wie finanzielle Anreize für die Anlagenbetreiber geschaffen. „Next Kraftwerke hat mich auf diesem Weg sehr gut unterstützt. Die Zusammenarbeit – gerade auch bei Abrufen von Sekundärreserve – gestaltet sich reibungslos und erlaubt mir, mich auf die wesentlichen Aspekte meiner Arbeit als Anlagenbetreiber zu konzentrieren. Und finanziell lohnt es sich natürlich auch“, hält Norbert Dyckers fest.