Strom für Gewerbe und Industrie
Gewerbestrom
im Zeitzonentarif
Variabler Gewerbestrom
Regelenergie
(Demand Response)



Stromhandel
bei Next Kraftwerke
Individuallösungen



Was ist Lastmanagement?

Definition

Stromverbrauch wird in der Energiewirtschaft oft als "Last" bezeichnet. Unter Lastmanagement versteht man eine aktive Steuerung des Stromverbrauchs („Demand Side Management“). Infolgedessen handelt es sich gleichermaßen um eine beabsichtigte Steuerung der Stromnachfrage, die oftmals auf finanzielle Kapazitätssignale seitens der Stromangebotsseite reagiert. Das Lastmanagement ist ein wichtiger Bestandteil des intelligenten Stromnetzes („Smart Grid“). Vorhandene Infrastruktur wird diesbezüglich mit intelligenten Informations- und Steuerungstechniken ausgestattet. Es geht also um die Gesamtheit aktiver und nachfrageseitiger Laststeuerungsmaßnahmen und die dadurch entstehenden Nutzeneffekte. Es wird zwischen lastverschiebenden, lastreduktiven, lastflexibilisierten und lastexpansiven Steuerungsmaßnahmen differenziert. Im Folgenden werden die Lastverschiebung und die Lastreduktion bzw. der Lastabwurf näher erläutert.

Lastverschiebung

Grafik Kostenoptimierung Mehrerlöse Laststeuerung Als flexibilisierte Steuerungsmaßnahme ist die Lastverschiebung vornehmlich in industriellen Prozessen vorzufinden und als ein Zusammenspiel lastreduktiver und lastexpansiver Steuerungsmaßnahmen zu betrachten. Dabei wird der Stromverbrauch von Spitzenlastzeiten – also diejenigen Zeitabschnitte eines Tages, an denen die Stromnachfrage extrem hoch und der Strom teuer ist – in Phasen niedrigeren Strombedarfs verschoben. Bei der Lastverschiebung wird im Gegensatz zum Lastabwurf in Summe nicht weniger Strom verbraucht als eigentlich geplant – allein wird der Strom zu anderen Zeiten als geplant verbraucht. Durch die Lastverschiebung gleichen sich die Lastgänge von Stromverbrauchern häufig an die Produktion volatiler EE-Anlagen an, weil diese (Windkraft, Photovoltaik) aufgrund ihrer geringen Gestehungskosten die Preise an der Strombörse drücken.

Unternehmen können durch die Lastverschiebung ihre Energiekosten signifikant reduzieren. Diese noch neue Form des Lastmanagements bedarf eines Umdenkens in den Unternehmen, in technischer und mentaler Hinsicht. Denn die Verbraucherprozesse erhalten dadurch einen neuen Betriebsparameter: den Strompreis. Zwei mögliche Umsetzungen dieses Konzept stellen die von Next Kraftwerke entwickelten Tarife Take your Time und Best of 96 dar.

Um eine Lastverschiebung sinnvoll zu betreiben, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen bestimmte Stromverbrauchsprozesse, die einen Flexibilitätsspielraum erlauben:

  • Mahl- oder Pressprozesse;
  • Große Verdichter (z.B. Luft) oder Förderpumpen (z.B. Wasser);
  • Thermisches oder mechanisches Be- oder Verarbeiten von Rohstoffen und Materialien;
  • Flexible Zwischen- oder Endspeicher für Werkstoffe;
  • Kälte-, Wärme- oder Trockenprozesse;
  • Rechenzentren;
  • Energiemanagement- oder Leitsystem zur Steuerung von Anlagen.

Lastabwurf

Eine weitere Komponente des Lastmanagements ist die gezielte Reduktion des Stromverbrauchs. In einem Unternehmen mit konstantem Lastgang führt dies dazu, dass die ausgefallene Produktion nicht nachgeholt werden kann. Diskontinuierlich fahrende Betriebe können dagegen ihre Stromreduktion zu einem späteren Zeitpunkt kompensieren.

Ein betriebsinterner Lastabwurf bedeutet entweder eine präventive oder direkte Maßnahme hinsichtlich technischer Störungen. Mittels dieser punktuellen Reaktion werden beispielsweise elektronische Geräte vor einem übermäßigen Verschleiß oder einer Überhitzung bewahrt.

Regelenergie

Als betriebsexterner Lastabwurf kann die Regelenergie bezeichnet werden. Vorzugsweise industriellen Stromverbrauchern ist es möglich, ihre Lasten gewinnbringend abzusetzen. Dies funktioniert durch die Bereitstellung von Regelenergie. Grundlegend hierfür ist beispielsweise ein kontinuierlicher Stromverbrauch, eine temporäre Verschiebung der Produktionsprozesse oder das Vorhandensein stofflicher Speicher, um eine Produktionsverzögerung auffangen zu können.

Auf dem Regelenergiemarkt lassen sich dann je nach Präqualifikation Erlöse erzielen. So können Unternehmen entweder Minuten- oder Sekundärreserve anbieten. Dabei gibt es einen Leistungspreis, der allein für die Bereitstellung pauschal ausgezahlt wird, sowie einen Arbeitspreis, der die tatsächliche Stromabgabe vergütet. Der als Regelenergie bereitgestellte Strom wird somit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, um die Produktion nachzuholen.

Kontrollierter Brownout

Der Begriff Lastabwurf findet auch im Zusammenhang mit den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) Verwendung. Mit dieser zielgerichteten Maßnahme ist ein kontrollierten Brownout gemeint. Dabei können in einem Notfall ganze Stadtteile vom Netz genommen werden, um einen entsprechend größeren Stromausfall zu verhindern.

Nutzeneffekte

Die Zweckdienlichkeiten des Lastmanagements sind vielfältig. Die ÜNB profitieren insofern, als sie mithilfe der Lastverschiebung und des Lastabwurfes netztechnische Schwierigkeiten ausgleichen können. Unternehmen ist es möglich, ihre Energiekosten zu senken. Durch die Regelenergiebereitstellung sind sogar Gewinne möglich. Langfristig betrachtet leistet die aktive Laststeuerung einen wichtigen Beitrag zur effizienten Integration Erneuerbarer Energien.