Strom für Gewerbe und Industrie
Gewerbestrom
im Zeitzonentarif
Variabler Gewerbestrom
Regelenergie
(Demand Response)



Stromhandel
bei Next Kraftwerke
Individuallösungen



Was ist der Anzulegende Wert?

Definition

Der Anzulegende Wert dient – gemeinsam mit den durchschnittlichen Strombörsenpreisen (Marktwert) – der Berechnung der Marktprämie. Er stellt den primären Fördersatz für Erneuerbare Energien dar, der über die EEG-Umlage finanziert wird. Der Anzulegende Wert wird in Cent pro Kilowatt installierter Leistung angegeben, die Höhe war für die verschiedenen Anlagenklassen im EEG 2012 und EEG 2014 noch gesetzlich festgelegt. Mit dem EEG 2017 müssen Anlagenbetreiber ab einer bestimmten Größe der geplanten Anlage nun regelmäßig in einem Auktionsverfahren auf die Höhe des Anzulegenden Wertes für ihre Anlagen bieten.

Anzulegender Wert im EEG 2017

Mit dem EEG 2017 hat der Anzulegende Wert größere Bedeutung erlangt. Die Ablösung der bisherigen, gesetzlich festgeschriebenen Förderungsansprüche für Biogas-, Wind- und Photovoltaikanlagen durch das Auktionsverfahren soll eine stärkere marktwirtschaftliche Integration der Erneuerbaren Energien ermöglichen. Betreiber neuer Biogas-, Wind- oder Photovoltaikanlagen, die nach dem 1. Januar 2017 in Betrieb genommen werden sollen, müssen sich dem Auktionsverfahren stellen.

Marktprämie = Anzulegender Wert – durchschnittlicher Strombörsenpreis (Marktwert)

Geboten wird dabei auf den Anzulegenden Wert einer Anlage in Cent pro kW installierter Leistung. Dieser bildet, gemeinsam mit dem durchschnittlichen Strombörsenpreis, die Grundlage zur Berechnung der vom Netzbetreiber ausgezahlten Marktprämie. Hierbei bleibt der Anzulegende Wert über die 20 Jahre der Förderungsdauer konstant. Je nach Schwankung des durchschnittlichen Strombörsenpreises gleicht sich der Marktprämienanteil flexibel an (siehe Grafik). Für jeden Energieträger gilt zudem ein individueller Höchstwert, den der gebotene Anzulegende Wert nicht überschreiten darf. Ausführliche Details hierzu haben wir in unserer Blogserie zum EEG 2017 erläutert.

Rückblick: Der Anzulegende Wert im EEG 2012 und 2014

Anzulegender Wert im EEG 2012

In § 33h des EEG 2012 tauchte der Begriff des Anzulegenden Werts erstmals auf. Hier entsprach er der Höhe der bisherigen Einspeisevergütung und diente ebenfalls als Rechengröße zur Bestimmung der flexiblen Marktprämie.

Marktprämie = Anzulegender Wert – durchschnittlicher Strombörsenpreis (Referenzmarktwert)

Anders als heute wurde der Anzulegende Wert nochmals um die sogenannte Managementprämie erhöht.

Anzulegender Wert im EEG 2014

Mit dem EEG 2014 änderte sich die Funktion des Anzulegenden Wertes prinzipiell nicht; allerdings wurde die Managementprämie in den Anzulegenden Wert eingepreist. Die Gesetzesnovelle wies die Anzulegenden Werte für die verschiedenen Anlagenklassen einzeln aus und schrieb sie fest. In der Berechnungsformel änderte sich bis auf den Austausch des Wortes „Referenzmarktwert“ durch das Wort „Marktwert“ nichts.

Marktprämie = Anzulegender Wert – durchschnittlicher Strombörsenpreis (Marktwert)

Neu war die für bestimmte Energieträger eingeführte schrittweise Degression. So sinken seit 2016 die Werte für Windenergie an Land je nach Erfüllung des Ausbaukorridors ab, auch in der Photovoltaik passen sich die Anzulegenden Werte seit 2014 je nach Über- oder Unterschreitung der Erfüllung des Ausbaukorridors an.