Steckbrief

Gegründet im Jahr 2009 ist Next Kraftwerke heute der Betreiber eines der größten Virtuellen Kraftwerke in Europa. Als zertifizierter Stromhändler an verschiedenen europäischen Börsen (z.B. EPEX und EEX) sind wir einer der größten Direktvermarkter von Strom aus Erneuerbaren Energien. Über das Leitsystem vernetzt das Virtuelle Kraftwerk Next Pool über 4.500 kleine und mittelgroße Strom produzierende und Strom verbrauchende Anlagen. Dazu gehören unter anderem Biogas-, Wind- und Solar-Anlagen. Die vernetzte Erzeugungsleistung des Virtuellen Kraftwerks liegt bei rund 3.200 MW. Durch die Vernetzung der Einheiten haben wir eine breite Plattform von flexiblen Stromproduzenten und -verbrauchern geschaffen. Kurz gesagt: Wir betreiben ein Kraftwerk, ohne selbst eines zu besitzen.

Die Idee

In vielerlei Hinsicht haben Erneuerbare Energien einen hervorragenden Ruf. Sie sind klimaneutral, unendlich verfügbar und irgendwie modern, sympathisch. Aber es gibt auch viel Kritik an ihnen. Sie seien nicht zuverlässig, heißt es, denn der Wind weht nicht immer, die Sonne scheint nicht immer. Sie seien nicht marktfähig, denn sie werden heftig subventioniert. Und sie verursachen Schwankungen im Stromnetz, denn sie sind nicht auf Knopfdruck verfügbar, sondern von unsteten Wettereinflüssen abhängig. An diesen Kritikpunkten setzt Next Kraftwerke an. In unserem virtuellen Kraftwerk „Next Pool“ stabilisieren Erneuerbare Energien das Stromnetz, indem regelbare Anlagen, zum Beispiel Biomasseanlagen, verstärkt Strom produzieren oder zurückhalten, wenn den Stromnetzen ein Ungleichgewicht droht. Dazu haben wir inzwischen rund 4500 regelbare Anlagen über das Leitsystem unseres virtuellen Kraftwerks vernetzt und setzen die flexible Erzeugungskapazität der Anlagen genau dann ein, wenn sie benötigt wird. Dieser Fall tritt ein, wenn Solar- und Windkraftanlagen viel Strom produzieren und die Leistung der anderen, regelbaren Erneuerbaren Energien nicht benötigt wird. Diese fahren sodann ihre Leistung herunter und speichern den Energieträger zwischen, um wieder einzuspringen, wenn die Sonne nicht mehr scheint oder der Wind nicht mehr weht. So regeln etwa Biogasanlagen die unstete Einspeisung von Wind- und Solarstrom aus. Schon heute übernehmen die Erneuerbaren daher Systemverantwortung mittels Virtueller Kraftwerke.

Gut für die Energiewende, aber auch gut für die Anlagenbetreiber. Denn Regelbarkeit (oder anders gesagt: bedarfsgerechte, flexible Stromerzeugung) ist sehr wertvoll und erzielt an den Strombörsen einen guten Preis. Dank dieses Mehrerlöses und dank unseres Börsenhandels von Strom aus Erneuerbaren Energien unterstützen wir mit unserem virtuellen Kraftwerk auch die Marktintegration der Erneuerbaren Energien. Denn nur wer einen angemessenen Preis an den Strombörsen erzielt und sich frühzeitig an den freien Markt gewöhnt, kann mittelfristig aus staatlicher Förderung heraustreten. Und je mehr Anlagen in unser virtuelles Kraftwerk eintreten, desto zuverlässiger, stabiler und rentabler wird die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Irgendwie modern und sympathisch.

Die Unternehmensgeschichte

  • 2009 Ausgründung aus dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) durch Jochen Schwill und Hendrik Sämisch
  • 2010 Einstieg der Investoren Neuhaus Partners GmbH, High-Tech Gründerfonds Management GmbH & Co. KG sowie Hamburg FOR Mobile
  • 2011 Aufbau der Infrastruktur (Leitsystem, Handel) zur Vorbereitung des Regelenergiehandels; Öffnung des Regelenergiemarkts für Erneuerbare Energien
  • 2012 Eintritt in die Märkte für Direktvermarktung Erneuerbarer Energien und Minutenreserve; Zulassung als zertifizierter Börsenhändler an der Strombörse EPEX Spot SE in Paris
  • 2013 Vermarktung von Minutenreserve & Sekundärreserve in allen vier deutschen Regelzonen; Steuerung eines Portfolios aus mehr als 1.000 Anlagen der Erneuerbaren Energien
  • 2014 Erschließung neuer Märkte (Österreich, Belgien) und Erweiterung des Produktportfolios (Strompreisgeführter Betrieb von Erzeugern der Erneuerbaren Energien; Integration von flexiblen Stromverbrauchern im Lastmanagement über variable Stromtarife)
  • 2015 Internationalisierung in den französischen Markt
  • 2016 Internationalisierung in den niederländischen und polnischen Markt
  • 2016 Internationalisierung in den schweizerischen und italienischen Markt

Die Kennzahlen

  • Umsatz: 273 Mio. Euro (2015)
  • Mitarbeiter: 139
  • Handelsvolumen: 10,2 TWh (2016)
  • Anlagenportfolio: 4.545 Anlagen (Juni 2017) mit einer Gesamtleistung von 3.200 Megawatt (Juni2017)