Aussicht auf neue Einnahmequellen für Betreiber von bestehenden Biogasanlagen durch das EEG 2012


Veröffentlicht am 22. Juli 2011

Mit der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das am 1.1.2012 in Kraft tritt, ergeben sich zahlreiche neue Chancen für Betreiber von Biogasanlagen

Das EEG 2012 beinhaltet die Einführung eines neuen optionalen Vergütungsmodells für die Betreiber von Biogasanlagen und wartet auch sonst mit einigen Neuerungen auf. Doch was bedeutet dies konkret für die Betreiber von Biogasanlagen? Mit einem neuen Vergütungsmodell, der sogenannten Marktprämie, erschließt sich für die Anlagenbetreiber eine ganze Reihe an zusätzlichen Renditepotentialen. Die Betreiber von Biogasanlagen erhalten die Marktprämie, wenn sie ihren Strom zukünftig an der deutschen Strombörse zu Marktpreisen anbieten. Die Marktprämie wird sowohl für Bestandsanlagen als auch für neue Anlagen exakt bis zur Höhe der entgangenen EEG-Vergütung gezahlt und ist dem Anlagenbetreiber genauso zugesichert wie die bisherige EEG-Vergütung. Eine weitere Absicherung bietet die gesetzlich festgelegte Möglichkeit, jederzeit wieder in das System der bisherigen EEG-Vergütung zurückzuwechseln.

Die Chancen für Biogasanlagenbetreiber bestehen vor allem in der Aussicht auf zusätzliche, die bisherige EEG-Vergütung übertreffende Einnahmequellen, die sich durch den Wechsel auf den Strommarkt ergeben. Zum einen verspricht die Befreiung vom Doppelvermarktungsverbot und die damit einhergehende Vermarktung von negativer Regelleistung auf dem Regelenergiemarkt signifikante Zusatzerlöse. Zum anderen winken mit der Managementprämie und der Flexibilitätsprämie zwei neue Boni, die den Anlagenbetreibern nur bei einem Wechsel an die Strombörse zur Verfügung stehen. Ganz allgemein ist der Wechsel auf den Strommarkt auch mit einer frühzeitigen Gewöhnung an ein neues Marktumfeld verbunden, das nach Auslaufen des EEG der einzige Handelsplatz für Biogasstrom sein wird. Hinzu kommt, dass Betreiber von Biogasanlagen von möglichen Preisexplosionen am Strommarkt nur dann profitieren, wenn sie aus der festen EEG-Vergütung austreten und tatsächliche Marktpreise erhalten - abgesichert durch die Marktprämie.

Christian Woelcke, Key Account Manager bei der Next Kraftwerke GmbH, sieht die Einführung des neuen Vergütungsmodells besonders im Hinblick auf den Zugang von Biogasanlagen auf den Regelenergiemarkt mit positiven Effekten verbunden: „Die lang andauernden und intransparenten Zulassungsverfahren im Hinblick auf die Teilnahme von EEG-geförderten Anlagen sind mit dem Marktprämienmodell Geschichte. Dies wird hoffentlich dazu beitragen, dass bisher zurückhaltende Anlagenbetreiber die Chance nutzen, zusätzliche Erlöse mit negativer Sekundärreserve und Minutenreserve zu erzielen. Bisher konnten wir bereits über 100 Biogasanlagen für unseren Next Pool Minus gewinnen und wir sind zuversichtlich, weitere Betreiber von unserem Konzept überzeugen zu können. Durch das von uns angestoßene Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur konnten wir die Politik auf die bisher unzureichenden Zugangsregelungen auf dem Regelenergiemarkt aufmerksam machen und für unsere Kunden ein befriedigendes Ergebnis erwirken.“

Die Next Kraftwerke GmbH reagiert auf die Neufassung des EEG mit einer Erweiterung des Service-Portfolios: Zusätzlich zu den bisherigen Dienstleistungen und dem technischen Know-How auf dem Regelenergiemarkt bietet Next Kraftwerke GmbH nun auch einen Komplettservice für die Vermarktung von Biogasstrom auf der Strombörse an, um Biogasstromproduzenten bei ihrem Wechsel an den Strommarkt zu unterstützen.

Köln, 22. Juli 2011


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Next Kraftwerke betreibt als digitaler Versorger eines der größten Virtuellen Kraftwerke in Europa. Im Next Pool sind rund 6800 dezentrale Stromerzeuger und -verbraucher über eine Plattform vernetzt und somit über das eigens entwickelte Leitsystem steuerbar. Mit einer vernetzten Erzeugungsleistung von mehr als 5900 Megawatt trägt Next Kraftwerke zum Ausgleich von Frequenzschwankungen im Netz bei. Zusätzlich optimiert das Kölner Unternehmen Stromproduktion und -verbrauch der vernetzten Kunden anhand von Preissignalen und handelt über den eigenen 24/7-Stromhandel deren Strom an verschiedenen europäischen Börsen (z.B. EPEX und EEX).