Was ist die Managementprämie?

Wenn ein EE-Anlagenbetreiber in die Direktvermarktung und damit in das Marktprämienmodell wechselt und seinen produzierten Strom an der Energiebörse anbietet, ist er verpflichtet, Prognosen über Höhe und Dauer seiner Einspeisung zu leisten. Dies ist notwendig, um die Schwankungen im deutschen Stromnetz so gering wie möglich zu halten und sozusagen “im Vorhinein” so weit wie möglich zu unterbinden. Die Einspeiseprognose ist bei manchen Formen der Erneuerbaren Energien, insbesondere bei Wind- und Solarkraft, verhältnismäßig komplex, da sie aktuelle meteorologische Daten berücksichtigen muss. Bei anderen Formen der Erneuerbaren Energien, zum Beispiel bei Biogas- und Wasserkraftanlagen, ist sie weitaus einfacher zu leisten, da diese Energieformen besonders gut regelbar (“an- und abschaltbar”) sind. Wenn ein Stromproduzent seine eigene Prognose verfehlt, also mehr oder weniger Strom produziert als prognostiziert, muss er eine Geldstrafe zahlen. Um diesen finanziellen Risikofaktor beim Wechsel in die Direktvermarktung zu minimieren, hat das Bundesumweltministerium im EEG 2012 die Einführung einer Managementprämie vorgesehen. Diese wird pauschal an Anlagenbetreiber gezahlt, um sie für Mehraufwand und Mehrrisiko zu entschädigen. Dies bedeutet aber auch: Sind die Prognosen des Anlagenbetreibers qualitativ hochwertig und verlässlich, erhält er zusätzliche fixe Einnahmen aus der Managementprämie.

Die Höhe der Managementprämie beläuft sich für Biomasse (Biogas), Wasserkraft und andere steuerbare Energien auf 0,3 Cent je kWh im Jahr 2012, sinkt bis zum Jahr 2015 stufenweise auf 0,225 Cent je kWh ab (im Jahr 2013: 0,275 Cent je kWh, im Jahr 2014: 0,25 Cent je kWh), bleibt in folgenden Jahren aber auf diesem Niveau garantiert. Für Wind- und Solarenergie gilt eine höhere Managementprämie, da für diese Energieformen die Einspeiseprognose komplexer ist: 1,2 Cent je kWh im Jahr 2012, sich bis 2015 auf 0,7 Cent je kWh schrittweise reduzierend (im Jahr 2013: 1,00 Cent je kWh, im Jahr 2014: 0,85 Cent je kWh).